Eine gerechte Alternative!

Für eine starke LINKE auf der Straße und in den Parlamenten – Für eine solidarische und gerechte Alternative

Von Bundesgeschäftsführer Werner Dreibus

Werner Dreibus (MdB)

Werner Dreibus (MdB)

Am 1. Mai ruft der DGB unter dem Motto »Gute Arbeit für Europa – Gerechte Löhne, Soziale Sicherheit« zu Demonstrationen und Kundgebungen auf. In seinem Aufruf schreibt er richtigerweise: »Wenn versucht wird, die Folgen der Euro-Krise auf Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und sozial Schwache abzuwälzen, müssen wir in Deutschland und in ganz Europa dagegen kämpfen.« Deshalb machen wir den 1. Mai gemeinsam wieder zu einem Kampftag der Arbeiterklasse und geben wir ein kraftvolles Signal für die weiteren Proteste. Der Parteivorstand ruft alle dazu auf, sich an den europaweiten Aktionstagen »Blockupy Frankfurt« vom 16. bis 19. Mai zu beteiligen. Im Bündnis mit vielen anderen werden wir gegen die Politik von EU und Troika demonstrieren, die EZB blockieren und die öffentlichen Plätze im Frankfurter Finanzzentrum okkupieren. Setzen wir unsere Solidarität gegen ihre Politik der Spardiktate!

In vielen Ländern Europas werden Löhne, Renten und Sozialausgaben gekürzt, öffentliches Eigentum privatisiert und Arbeitnehmerrechte abgeschafft. Der Fiskalvertrag und die damit verbundene europaweite Einführung der Schuldenbremse hebelt demokratische Grundrechte aus und verschärft den Sozialkahlschlag. Das Ziel ist nicht, wie behauptet, der Abbau der Verschuldung in Europa. Die Regierenden nutzen die Gunst der Krise, um den neoliberalen Umbau Europas voranzutreiben. So erinnerte Kanzlerin Merkel in diesem Jahr auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos daran, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs Europa bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten Kontinent machen wollten. Da das Ziel noch nicht erreicht sei, empfahl sie neben den Austeritätsmaßnahmen strukturelle Reformen »wie die Arbeitsmarktreformen in Deutschland, bekannt unter dem Markenzeichen ›Hartz IV‹, die in Deutschland zu einer massiven Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt geführt haben«.

Gegen diese neoliberale Krisenbewältigung gibt es massenhaften Widerstand in den europäischen Ländern. In Deutschland fordern Gewerkschaften und Beschäftigte unter anderem in der Metall- und Elektroindustrie deutlich höhere Löhne. Sie brauchen unsere solidarische Unterstützung. Kräftige Tarifsteigerungen sind nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Die von Merkel gepriesenen rot-grünen Arbeitsmarktreformen haben dazu geführt, dass heute Millionen Menschen mit Hartz IV oder prekären Billiglohnjobs kaum über die Runden kommen. Die Durchsetzungsfähigkeit der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften wurde massiv geschwächt. Diese Lohndumpingpolitik führt heute auch dazu, dass Deutschland die europäischen Partnerländer niederkonkurriert und den gemeinsamen Währungsraum zu sprengen droht. Ein Ende der Niedriglohnpolitik in Deutschland ist deshalb auch ein wichtiger Schritt zu einer wirksamen Ursachenbekämpfung der Krise in Europa.

Die anderen wollen nur regieren – Wir wollen soziale Gerechtigkeit.

Von SPD und Grünen gibt es keinen Widerstand gegen die Politik der Spardiktate. Wie bei den Kriegseinsätzen der Bundeswehr oder der Verankerung der Schuldenbremse im Grundgesetz stehen sie auch bei der Griechenlandhilfe oder EFSF/ESM genannten Bankenrettung und dem Fiskalvertrag fest an der Seite der schwarz-gelben Bundesregierung.

Auch auf Länderebene blinkt die SPD zwar gern links, biegt aber doch meist rechts ab. Nach Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erleben das gerade die Wählerinnen und Wähler im Saarland, wo DIE LINKE mit Oskar Lafontaine einen rot-roten Politikwechsel ermöglichen würde. Doch die SPD hatte sich schon vor der Wahl auf eine große Koalition mit der CDU festgelegt. Die Absage der SPD an DIE LINKE verhindert nun nicht nur einen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten, sie verhindert vor allem die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, ein Tariftreuegesetz oder eine Vermögenssteuer. Die SPD hat sich gegen ihr eigenes Wahlprogramm und für den von der CDU angekündigten rabiaten Sparkurs entschieden.

In Schleswig-Holstein würde es ohne die Verfassungsklage der LINKEN gegen das undemokratische Wahlgesetz keine Neuwahlen am 6. Mai geben. In Nordrhein-Westfalen gibt es am 13. Mai Wahlen, weil SPD und Grüne den Haushalt an der Forderung der LINKEN zur Einführung eines Sozialtickets platzen ließen. Machttaktische Erwägungen sind diesen Parteien wichtiger als eine Politik im Interesse der Mehrheit der Menschen. Es zeigt sich: Die anderen wollen nur regieren. Wir jedoch wollen soziale Gerechtigkeit! Jetzt gilt es für uns alle, die Genossinnen und Genossen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen mit aller Kraft zu unterstützen, damit der Wiedereinzug in die Landtage gelingt und DIE LINKE gestärkt wird.

Das gilt erst recht nach dem Rücktritt von Gesine Lötzsch als Parteivorsitzende. Ihre Entscheidung, sich um ihren kranken Mann kümmern und keine halben Sachen machen zu wollen, verdient unseren Respekt. Dazu gehört auch, dass alle in der Partei jetzt ebenso keine halben Sachen machen, sondern sich darauf konzentrieren, unser zentrales Anliegen, die soziale Gerechtigkeit, verstärkt in die Öffentlichkeit zu bringen. Personaldebatten haben noch keiner Partei geholfen, gute Wahlergebnisse zu erzielen. Doch nur mit guten Ergebnissen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen können wir auch für die Bundestagswahl ein wichtiges Signal setzen, die angesichts der Auflösungstendenzen der schwarz-gelben Koalition schneller kommen könnte als geplant.

Arbeiten wir also geschlossen und mit aller Kraft daran, DIE LINKE zu stärken. Leisten wir unseren Anteil, dass aus den Protesten eine gesellschaftliche Bewegung wird. Nur so können wir verhindern, dass Union, FDP, SPD und Grüne ihre desaströse neoliberale Politik fortführen. Kämpfen wir gemeinsam für eine solidarische und gerechte Alternative – in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, im Bund und in Europa.

http://www.werner-dreibus.de

Veröffentlicht in Arbeitslosengeld, Fraktion im Bund, Gute Arbeit, Hartz IV, Krankenkassen, Krise, MdB Werner Dreibus, Mindestlohn, Nassauische Heimstätte, Politik, Politiker, Rente ab 67, Schuldenbremse, Sparpaket, Starker Sozialstaat. Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . 1 Kommentar »

Die Europäische Union: ein Opfer des Neoliberalismus

Pressemitteilung von Werner Dreibus, MdB vom 28.03.2012

Europäischer Stabilitätsmechanismus und Fiskalvertrag werden durch Verfassungsbruch erst möglich.

Werner Dreibus (MdB)

Werner Dreibus (MdB)

„In dieser Woche findet im Bundestag die erste Lesung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und die Ratifizierung des so genannten Fiskalpaktes statt. Beides soll die europäische Wirtschaft und die Europäische Union (EU) stabilisieren. Genau das Gegenteil wird passieren, zumal diese Maßnahmen auf Kosten europäischer Grundsätze durchgesetzt werden sollen“, so skizziert der Bundestagsabgeordnete Werner Dreibus (DIE LINKE.) aus Hanau die derzeitige Situation der Krisenbewältigung in der EU.

„Zunehmend leidet die gesamte EU an der Eurofinanzkrise. Es ist klar, dass die Begründung des ESM und des Fiskalpaktes unter anderem auf der neoliberalen und die wahren Ursachen verschleiernden Krisendiagnose beruht, viele Staaten in Europa hätten „über ihre Verhältnisse“ gelebt. Es ist auch deutlich erkennbar, dass die Medizin, die gegen die Eurofinanzkrise bisher gegeben wurde, die Krankheit bisher nur verschlimmert hat. Trotzdem soll mit dem Gesamtpaket ESM und Fiskalpakt die Dosis erhöht werden, zum Beispiel durch eine europaweite Schuldenbremse, automatische Sanktionen und stärkere Kontrollrechte der EU-Kommission.

Die Verursacher und Nutznießer der Krise – Großbanken, Finanzinvestoren und ihr Spielplatz des freien Finanzmarktes – wurden und werden weiterhin geschont. Die Bevölkerungsmehrheit in Europa zahlt dagegen mit umfassenden Garantien und Sozialabbau.“

Wenig bekannt sei dagegen, so Dreibus weiter, dass der ESM und der Fiskalpakt zu Ihrem Inkrafttreten einer Änderung der EU-Verträge, speziell des Art. 136 des Vertrages über die Arbeitsweise der EU, bedürften. Diese Änderung geschehe jedoch nicht auf dem Wege der Anhörung und Mitentscheidung des Europäischen Parlaments (EP) und der Einberufung eines Verfassungskonvents (Art. 48 EU-Vertrag). Vielmehr solle der Weg der so genannten vereinfachten Vertragsveränderung (Art. 46 [6] EU-Vertrag) gewählt werden, der eine Mitgestaltung des EP und einen Konvent ausschließt.

„Dass dieses vereinfachte Verfahren allerdings laut EU-Vertrag keine Vertragsveränderungen erlaubt, die zu einer Ausdehnung der der EU übertragenen Zuständigkeiten führen, scheint die Befürworter von ESM und Fiskalpakt nicht zu interessieren“, schlussfolgert Werner Dreibus. „Eindeutig verstärken doch ESM und der Fiskalpakt die Zuständigkeiten insbesondere der EU-Kommission gegenüber hoch verschuldeten EU-Staaten. Dieses Verfahren der Verfassungsänderung verstößt deshalb gegen EU-Recht. Doch ebenso wie sich neoliberale Politik in Deutschland nicht um das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes schert – Beispiel Hartz IV – schert sie sich auf europäischer Ebene nicht um die Europäische Verfassung.

Aber viele Menschen in ganz Europa nehmen den europäischen Gedanken ernst und wollen ihn nicht auf dem Altar der Finanzmärkte opfern. Um ein Zeichen gegen diese Politik zu setzen, hat die Bundestagsfraktion der LINKEN drei Anträge – gegen ESM, Fiskalpakt und Änderung der EU-Verträge – eingebracht.“

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Farbe bekennen

Presseerklärung von Werner Dreibus (MdB) vom 25.10.2011

Werner Dreibus (MdB)

Werner Dreibus (MdB)

Zur morgen erwarteten Zustimmung des Bundestages zum erweiterten EFSF-Rettungsschirm für verschuldete Euro-Staaten erklärt Werner Dreibus, Bundestagsabgeordneter der LINKEN aus Hanau: „Die so genannte Hebelung des falsch gestalteten Instruments EFSF wird wenig bringen, sollte die Verschuldung – etwa wenn das wirtschaftlich viel größere Italien als Empfänger hinzukommt – die Haftungsmasse des EFSF überschreiten. Dann wäre das Vertrauen in diesen Hilfsmechanismus endgültig zerstört. Was dagegen nötig ist, ist eine Abkehr von den marktradikalen Sanierungsprogrammen. Und hier müssen auch SPD und Grüne Farbe bekennen.“

Aufgrund ihrer Bindung an marktradikale Reformen und Sparprogramme seien die Kredite des EFSF ein Rettungsring aus Blei. Die Kreditempfänger müssten massive Einschnitte in staatliche Ausgaben und (Sozial)Leistungen, Renten- und Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst, Stellenabbau sowie die Privatisierung von Staatseigentum akzeptieren. Die Sparauflagen träfen die unteren und mittleren Einkommensgruppen. „Sie sind aufgrund ihrer negativen Auswirkungen für die Binnennachfrage deshalb volkswirtschaftlich schädlich und verschlimmern so die Schuldenkrise drastisch“, so Dreibus weiter. „Griechenland liefert hierfür den Beweis. Der aktuelle Troika-Bericht geht von deutlichem Minuswachstum 2011 und 2012 aus. Deshalb ist völlig schleierhaft, wie Griechenland seine Schulden zurückzahlen soll.“

„Was neben einer grundsätzlichen Abkehr von diesen so genannten Sparpaketen fehlt“, so Dreibus abschließend, „ist eine durchgreifende Regulierung des Finanzsektors. Dazu gehört beispielsweise die sofortige Möglichkeit für Staaten, über eine öffentliche europäische Bank zinsgünstige Kredite bei der EZB aufnehmen zu können. Auch ist der Bankensektor dauerhaft in öffentliche Kontrolle zu überführen, um unsinnige Spekulation zu verhindern und die Geldversorgung der Realwirtschaft sicherzustellen. Ebenso wichtig ist eine gerechte Einkommensverteilung in den Staaten Europas sowie eine Belastung der Krisengewinnler, zum Beispiel durch eine europaweite Vermögensabgabe für Millionäre. Dies ist die einzige politische Alternative. In Deutschland kann hierfür ein Anfang gemacht werden. Auf der Straße und im Parlament. Auf der Straße haben die Menschen begonnen, aktiv zu werden. Morgen im Parlament müssen nun auch SPD und Grüne Farbe bekennen, ob sie für eine soziale und demokratische Krisenlösung in Europa stehen.“

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Jahresfest der LINKEN Main-Kinzig

 

 

Übernachtungsmöglichkeiten für auswärtige Besucher sind vorhanden.

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Animation

Gemeinsame Klage des Kreises mit Hanau, Alzenau und Hainburg gegen Teilgenehmigung Staudinger

Pressemitteilung vom 05.02.2011

Die SPD hat´s versemmelt!

Schwere Vorwürfe erheben die Vorsitzenden der LINKEN Kreistagsfraktion und Landratskandidat Andreas Müller und der Vorsitzende der Hanauer Linksfraktion Jochen Dohn gegen die Verhaltensweise der SPD Kreistagsfraktion. Es gab eine Mehrheit für den Vorschlag des Landrates Erich Pipa zur gemeinsamen Klage mit anderen Städten und Gemeinden gegen die erteilte Genehmigung. Diese Mehrheit ist aufgrund einer kindischen Trotzreaktion des SPD Fraktionsvorsitzenden Rainer Krätschmer verspielt worden. Der nahezu identische Text des GRÜNEN Antrages mit dem SPD Antrag zur gemeinsamer Klage ist nur deshalb nicht angenommen worden, weil man der SPD ihr Schippchen abgenommen hatte und sie nun im Sandkasten den GRÜNEN ihr Schäufelchen abnehmen musste. Ergebnis ist, dass der Main-Kinzig-Kreis sich nun an dieser wichtigen Klage nicht beteiligt.

Für diese Sandkastenspielchen haben aber die Wählerinnen und Wähler kein Verständnis. Den die von dem steinkohlebetriebenen Block 6 ausgehenden Immissionen und Emissionen machen vor einem anderen Parteibuch nicht halt, sie führen vielmehr zu einer weiteren unzumutbaren Schadstoffbelastung der hier lebenden Menschen. Die Teilnahme an der Klageerhebung durch den Main-Kinzig-Kreis wäre eine wichtige Unterstützung für die Stadt Hanau gewesen, die leider aus parteitaktischen Gründen durch eine Kurzschlussreaktion verhindert wurde.
Müller und Dohn werfen der SPD deshalb Politikunfähigkeit vor. Wenn die SPD nach der Kommunalwahl keine Große Koalition mehr möchte, dann muss sie auf mögliche neue Koalitionspartner zugehen und nicht aus gekränkter Eitelkeit falsche Entscheidungen treffen.

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Haushaltsrede Andreas Müller, Fraktion DIE LINKE.

Haushaltsrede Andreas Müller, Fraktion DIE LINKE

4. Februar 2011

Es gilt das gesprochene Word

»Das ist ein Haushalt der Resignation«

Herr Vorsitzender! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Dieser Haushalt und das Haushaltssicherungskonzept ist ein Zeichen der Resignation.

Resignation vor den Vorgaben von Bundesregierung und Landesregierung.

Resignation vor den Herausforderungen der Zukunft

Resignation vor antidemokratischen Schlagwörtern, wie Schuldenbremse

Resignation im Kampf um die kommunale Selbstbestimmung

Resignation vor dem Regierungspräsidenten, der letztlich den Haushalt nicht nur genehmigen, sondern eigentlich wirklich macht.

„Über das Brot, dass dir in der Küche fehlt, wird nicht in der Küche entschieden.“

Unter diesen Spruch hatte ich meine letzte Haushaltsrede gestellt und dies gilt für den jetzigen Haushalt noch viel mehr.

Am 17.12.2010 wurde der Haushalt eingebracht und heute, am 4.2.2011, soll der Haushalt verabschiedet werden. Zieht man die Weihnachtszeit ab, bleibt kein Monat, um das Werk mit einem Umfang von rund einer halben Milliarde Euro zu bearbeiten.

Aber das ist vielleicht auch gar nicht gewollt, dass ehrenamtliche Kommunalpolitiker hier zu tief einsteigen.

Jetzt sieht der Haushaltsplan ein Minus von insgesamt runden 74 Millionen vor. Lediglich durch eine vorgezogene Überweisung des hessischen Finanzministers wird das Defizit auf rund 59 Millionen Euro gedrückt. Das Geld fehlt aber doch schon wieder im Haushalt 2012 und 2013.

Ich will mich aber gar nicht so mit den einzelnen Zahlen auseinandersetzen, denn politisch ist für mich am Schlimmsten, dass dieser Kreistag die kommunale Selbstbestimmung aufgibt.

Ich zitiere aus den Vorbemerkungen Seite 25: „Zwar scheinen sich die Steuereinnahmen wieder besser zu entwickeln als noch im Mai 2010 angenommen, doch beabsichtigt das Land ab dem Jahre 2011 weiterhin, die im Finanzausgleichsgesetz festgelegte Finanzausgleichsmasse willkürlich zu verändern. Geplant ist den Kommunen rund 360 Mio. Euro weniger zur Verfügung zu stellen…

und weiter “es besteht kein Anlass zur Vermutung, dass sich die finanzielle Lage in den nächsten Jahren entspannen könnte. Im Gegenteil: Der Gesetzentwurf zur Verankerung der Schuldenbremse in der Hessischen Verfassung lässt befürchten, dass die den Kommunen zugewiesenen laufenden Mittel des allgemeinen Finanzausgleichs sowie für Investitionen dramatisch einbrechen werden.

Dass diese Entwicklung bislang schon eingetreten ist, belegt nicht zuletzt die dem Kreistag zu seiner Sitzung am 3. September vorgelegten Ausarbeitung „Kommunale Selbstverwaltung – wirklich noch Selbstverwaltung?“

Zitat Ende!!!

Diese Zitate sind nicht aus einer Rede der LINKEN gegen die Schuldenbremse im Hessischen Landtag, NEIN diese Zitate sind aus den Vorbemerkungen zum Kreishaushalt 2011.

Die kommunale Selbstverwaltung ist in Art. 28 Abs. 2 GG und in Art. 137 der Hessischen Landesverfassung garantiert.

Mit der Ausarbeitung vom 3. September und den Vorbemerkungen zu Haushalt bestätigen Sie einen glatten Verfassungsbruch.

Was bedeutet dies eigentlich im historischen Zusammenhang?

Zur Stärkung des Bürgersinns griff die Preußische Städteordnung vom 19. November 1808 den Gedanken der kommunalen Selbstverwaltung wieder auf und schuf die Grundlagen des heutigen Kommunalrechts. Implizit war die Selbstverwaltungsgarantie auch in § 184 der Paulskirchenverfassung von 1848/49 enthalten. Ausdrücklich wurde sie in Art. 127 der Weimarer Reichsverfassung genannt. Dass sie damit im Grundrechtsteil stand, erinnert daran, dass im monarchischen Staat die demokratische gemeindliche Selbstverwaltung als Fremdkörper aufgefasst und daher nicht dem Staat, sondern der Gesellschaft zugewiesen wurde.

Reste dieser Vorstellung finden sich noch heute im Grundgesetz, wo die Kommunalverfassungsbeschwerde parallel zur Verfassungsbeschwerde geschaffen wurde.

Die Gleichschaltung der Gemeinden in der Zeit des Nationalsozialismus und die Aufhebung der kommunalen Selbstverwaltung war da nur logisch. Bereits am 4. Februar ordnete Hermann Göring als kommissarischer preußischer Innenminister die zwangsweise Auflösung sämtlicher Gemeindevertretungen Preußens zum 8. Februar an und ordnete Neuwahlen für den 12. März an. Gleichzeitig wurden Gemeindeorgane wie Räte und Bürgermeister reichsweit unter Gewaltandrohung aufgelöst beziehungsweise als Personen rechtswidrig inhaftiert.

Konsequent folgte zum 1. April 1935 die reichseinheitliche und in den Einzelbestimmungen weitgehend identische Deutsche Gemeindeordnung. Sie schaffte das bisherige föderalistisch strukturierte Gemeindeverfassungsrecht der deutschen Länder durch eine zentralistische Regelung überall auch gesetzestechnisch ab.

Die ersten Demokratisierungsmaßnahmen nach Kriegsende setzten deshalb auch in den Gemeinden an.

Die Alliierten schafften nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst handlungsfähige Gemeindeverwaltungen und gingen dann zum Aufbau von Gemeinden und Ländern über.
Grundlage der heutigen Gemeindeordnungen in Deutschland ist die Selbstverwaltungsgarantie der ab 1946 neu konstituierten Landesverfassungen.

Deshalb ist die sogenannte Schuldenbremse, wie in den Vorbemerkungen zum Haushalt und in der Ausarbeitung vom 3.September 2010 beschrieben in höchstem Maße antidemokratisch und verfassungsfeindlich, da sie direkt in die kommunale Selbstverwaltung eingreift.

Trotzdem haben die hier anwesenden Landespolitiker der sogenannten “Schuldenbremse“ zugestimmt und die SPD Fraktion stellt einen scheinheiligen Berichtsantrag zu diesem Thema.

Da ist mir fast der Kollege Noll mit seinem Verlangen nach Sparen durch Verzicht noch lieber. Der weis es nicht besser und glaubt das sogar.

Damit jetzt hier kein falscher Zungenschlag reinkommt. Auch wir LINKEN sind gegen Schulden. Auch wir sind für ausgeglichene Haushalte. Man muss mit Zinsen für die Schulden nicht die Banken noch reichmachen, die Schuld an den letzten Krisen waren. Keine Frage. Aber dies löst man nicht durch eine Schuldenbremse, sondern dies löst man mit einem gerechten Steuersystem, welches die Einnahmeseite der Haushalte verbessert und einem gerechten Gemeindefinanzausgleich.

Seit 1974 ist der Main-Kinzig-Kreis unterfinanziert. Seit 1974 hat der Main-Kinzig-Kreis fast 100 Mio. Schulden angehäuft, nicht weil die Kommunalpolitiker sinnlose Großprojekte (die ein oder andere kleine Ausnahme lasse ich hier mal weg) durchgeführt haben, sondern weil die Pflichtaufgaben und damit -ausgaben die Einnahmen überstiegen haben.

Die 98,5 Mio Endstand in 2009, werden jetzt 2010 und 2011, also nur 2 Jahren, mehr als verdoppelt. Bis Ende 2013 könnte die 500. Mio Euro Grenze geknackt werden, wenn nur die eine oder andere Unsicherheit eintritt. Das Schlimme daran ist, dass wir Kommunalpolitiker dies nicht ändern können. Da könnten wir noch soviel sparen, es geht nicht.

Wo liegen die Ursachen der kommunalen Finanznot ?

Seit mehr als 10 Jahren stehen die Kommunen unter erheblichem finanziellen Druck: Die Steuerpolitik unter Rot- Grün, die Konjunkturpakete der Großen Koalition und zuletzt das schwarz- gelbe Wachstumsbeschleunigungsgesetz haben den Kommunen wesentliche Finanzmittel entzogen.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat das Defizit der Kommunen noch einmal drastisch erhöht. Es lag 2010 bundesweit bei rund 15 Mrd. Euro und damit doppelt so hoch wie im bisherigen „Rekorddefizitjahr“ 2003. Im selben Zeitraum wurden den Kommunen immer weitere Aufgaben übertragen, z.B. Milliarden an Mehrkosten durch Hartz IV.

Statt die Kommunen nun endlich zu entlasten, verschärft die schwarz-gelbe Politik die Probleme immer weiter: Hessen kürzt beim Kommunalen Finanzausgleich jährlich 360 Mio. Euro, der Bund plant weitere Steuersenkungen und auch die geplante Schuldenbremse wird die finanzielle Not der Kommunen verschärfen.

Das Märchen von der „Ausgabenexplosion“

Die Bundes- und Landespolitik versuchen die „Schuld“ für dieses Fiasko auf die Kommunen abzuwälzen. Es gäbe eine „Ausgabenexplosion“, weil man über Jahre „über die Verhältnisse gelebt“ habe. Ein Blick auf die Zahlen beweist aber das genaue Gegenteil: Die Kommunen sparen sich seit Jahren kaputt, indem sie öffentliche Güter verkaufen, Personal entlassen und wichtige Investitionen zurück stellen. Die Ausgabenquote der Hessischen Kommunen ist seit 1994 von 8,3 auf 6,8 Prozent zurückgegangen – die Schulden und allen voran die Kassenkredite (Dispokredite der Kommunen) sind trotzdem heftig gestiegen. Im Main-Kinzig-Kreis sind dies über 270 Mio. Euro also fast Zweidrittel des Jahresetats.

Eine andere Steuerpolitik und mehr Entscheidungsrechte der Kommunen bei den Gesetzgebungsverfahren sind deshalb dringend notwendig. Eine Finanztransaktionssteuer würde nicht nur unsinnige Spekulationen in der Finanzbranche begrenzen, sondern brächte notwendige Mehreinnahmen. Von einer Vermögenssteuer würden die Kommunen ganz unmittelbar mit Milliardenbeträgen profitieren. Einnahmen, die vor Ort in Bildung, erneuerbare Energien, die Infrastruktur und ein soziales Miteinander investiert werden könnten.

Kommunen, die in der Schuldenfalle sitzen, müssen schnellstmöglich entschuldet werden. Es darf nicht sein, dass die Menschen vor Ort für die verfehlte Steuerpolitik bluten müssen und zu immer weiteren Kürzungen gezwungen werden – ohne dass sich an der Verschuldungssituation auch nur das Geringste ändert.

PPP Projekte sind keine Alternative zur Entschuldung, weil sie langfristig teurer sind, die Verschuldung verschleiern und zu Demokratieabbau führen. Wir begrüßen deshalb ausdrücklich, dass mit Hinweis auf den Leitlinienerlass des Innenministeriums auf dieses hohe Risiko hingewiesen wird und im Kreis deshalb keine PPP-Projekte geplant sind.

Herr Vorsitzender, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren der großen Koalition,

Durch die Regierung von SPD und Grünen, durch die Regierung von Union und SPD und durch die Regierung von Union und FDP gehen dem Bund, den Ländern und den Kommunen jährlich 30 Milliarden Euro Steuereinnahmen verloren. Deshalb sind die Kommunen so pleite. Wir wissen nicht mehr wo verzichtet und gespart werden kann. Wir wissen nicht, wie die Krankenhäuser, die Kindertagesstätten und vieles andere bezahlt werden kann.

Wir brauchen Steuergerechtigkeit. Dafür brauchen wir eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes bei der Einkommensteuer. Dafür brauchen wir eine Millionärssteuer.
Die Einführung einer solchen Steuer wird inzwischen sogar von Millionären vorgeschlagen – denen ist das peinlich -; Wir brauchen eine Erhöhung der Erbschaftssteuer bei großen Erbschaften, eine Erhöhung der Körperschaftssteuer sowie die Einführung einer Bankenabgabe – einer richtigen Bankenabgabe – und der Finanztransaktionssteuer. Wenn Sie mir schon nicht glauben, dann glauben Sie doch einmal Obama, nicht bei allen Fragen, aber wenigstens bei dieser. Dazu sagt er klar: Die Banken haben das zu bezahlen. Den Mut dazu hat in diesem kleinen Deutschland keiner der Regierenden. Das finde ich wirklich skandalös.

Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren,
wir finden es sehr löblich, dass sich die Grünen mit 13 Anträgen zum Haushalt einbringen. Einige der Anträge werden wir auch unterstützen. Wir LINKEN sehen diesen Haushalt jedoch politisch und haben deshalb keine Änderungsanträge gestellt. Dies deshalb, weil jeder Antrag von uns sich im freiwilligen und sozialen Bereich bewegen würde. Und dort ist keinerlei Spielraum vorhanden.

Selbst wenn wir, entgegen der Erfahrungen der letzten 32 Sitzungen eine Mehrheit gefunden hätten, würden unsere Vorstellungen spätestens dem Regierungspräsidenten missfallen und gestrichen.

Trotzdem haben wir Kritik an einigen zentralen Punkten:

Ich will mal von hinten anfangen. Ganz hinten im Haushalt, vor den Anlagen, findet man den Stellenplan. Vielleicht steht er ja da, weil er so unwichtig ist oder damit man beim Lesen erst gar nicht bis zu ihm vordringt.

Die LINKEN halten den kommunalen Stellenplan aber für ganz wichtig.

Von 1.008 sind nur 908,5 Stellen am 30.06.2010 tatsächlich besetzt. Also rund 10% der Stellen sind unbesetzt. Das ergibt sich zum Teil aus dem Haushaltssicherungskonzept, aus dem hervorgeht, dass freie Stelle – wenn überhaupt – nur mit Zeitverzögerung besetzt werden. Es wird nach unserer Auffassung massiv auf Kosten der Beschäftigten gespart.
Dies zeigt zum Beispiel auch die Untersuchung im Bereich des Jugendamtes, wo ein Mehrbedarf von rund 10 Stellen festgestellt wird, davon 6 unabweisbar.

Jetzt zum Blick in den Stellenplan. Schon bei den zwei letzten Haushalten haben wir kritisiert, dass Stellen zwar ausgewiesen sind, allerdings ein großer Unterschied zwischen ausgewiesenen und auch besetzten Stellen besteht. Diese Kritik gilt es ausdrücklich noch einmal zu wiederholen. Auch im Jahr 2010 klafft eine Lücke zwischen den Stellen im Stellenplan und den tatsächlich besetzten Stellen.

Besondere Auffälligkeiten ergeben sich hier

im Sozialamt mit 65 besetzen von 73 Stellen.

Bei der KCA sind von 137,5 Stellen nur 116,5 Stellen, es fehlen also gerade im SGB II Bereich 19 Stellen.

Bei den Grund und Hauptschulen mit 95 zu 109 ausgewiesenen Stellen 2010 und 104 Stellen 2011. Gerade im Schulbereich findet also zum einen eine Stellenkürzung statt, zum anderen sind dort einige Stellen schon seit Jahren unbesetzt.

Im letzten Haushalt waren 103 ausgewiesene Stellen unbesetzt, in diesem Haushalt findet eine leichte Verbesserung auf 99,5 unbesetzte Stellen statt.

Rechnet man im Schnitt Personalkosten von 60.000 Euro pro Stelle, sind dies alleine 6.000.000 Euro Einsparung, die durch die Beschäftigten des Kreises erbracht werden und die den Bürgern an Serviceleistungen fehlen.

Meine Damen und Herren,

Die Haushaltsmisere des Main-Kinzig-Kreises und so vieler weiterer Kommunen ist Ausdruck der kommunalfeindlichen Politik aller Bundesregierungen und der hessischen Landesregierungen, unabhängig von ihrer Farbkomposition. Diese Politik – die übrigens von Ihren Parteitagsdelegierten immer mit getragen wurde – hat die kommunale Selbstverwaltung strukturell geschwächt und schwächt sie weiter.

Wir bleiben dabei: Das kann keine noch so effektive Kommunalpolitik alleine wieder gerade biegen.

Bund und Länder versuchen, sich immer wieder auf Kosten der kommunalen Ebene zu sanieren: sei es bei Hartz IV, der Auflösung der Versorgungsämter, bei der Zerschlagung der Umweltbehörden, bei der Krankenhausfinanzierung, um nur einige zu nennen.

Wir begrüßen ausdrücklich, dass in diesem Haushalt keine weiteren Privatisierungen oder Teilprivatisierungen vorgesehen sind. Wir kritisieren aber gleichzeitig, dass auch keine Gelder für die notwendige Rekommunalisierung vorgesehen sind. Dies wäre insbesondere bei Main-Kinzig-Gas dringend geboten.

Wie schitzophren muss man sein, um Steuerentlastungen für Milliardäre und Millionäre zu beschließen und in den Kommunen darüber nachzudenken, welche kommunale Einrichtung, seien es Kindergarten, Schwimmbad oder sonstige sogenannte freiwillige Leistung man als nächstes schließt bzw. abschafft.

Lassen sie uns alle zusammen in die Anstalt gehen. Lassen wir uns alle gegen Schizophrenie behandeln. Und dann machen wir gemeinsam dort weiter, wo wir am 22.11.2010 in Wiesbaden gemeinsam begonnen haben. Am 22.11.2010 haben in Wiesbaden 350 Kommunalpolitiker gemeinsam gegen die Kürzung durch die hessische Landesregierung demonstriert.

Dies müssten wir im Interesse des Grundgesetzes und der hessischen Verfassung und zur Rettung der kommunalen Selbstverwaltung gemeinsam tun. So aber bleibt der Haushalt ein Dokument der Resignation und alle die auf Bundes- oder Landesebene für die Einschränkung der kommunalen Selbstverwaltung stimmen, sollten in der Tat über einen Besuch der Anstalt nachdenken.

Meine Damen und Herren,

der Dauerskandal der kommunalen Unterfinanzierung muss beendet werden. Was für Zockerbanken und Konzerne möglich ist, darf der kommunalen Ebene nicht weiter vorenthalten werden. Lassen Sie uns tatsächlich eine Verfassungsklage zusammen mit den anderen Krisenkommunen und dem Städtetag einreichen! Wir stimmen der Einschätzung in den Vorbemerkungen ausdrücklich zu, dass ein Haushaltsausgleich solange unrealistisch ist, wie das Land die Kreise nicht in die Lage versetzt, die übertragenen Aufgaben zu finanzieren.

Fazit der Linksfraktion: Wir erkennen an, dass bei den Sozialleistungen und bei der Vereinsförderung keine Kürzungen vorgenommen wurden. Wir erkennen an, dass keine weiteren Privatisierungen erfolgen sollen. Sollten die Aufsichtsbehörden auf die Idee kommen, die Brechstange an die kommunalen Haushalte zu legen und erzwingen, dass Sozialleistungen und freiwillige Leistungen gekürzt werden, so weisen wir als verfassungswidrig und illegitim zurück.

Der Haushaltsentwurf 2011 entspricht dennoch nicht unseren Vorstellungen von kommunaler Selbstverwaltung. Er setzt die falsche Politik von Bundes- und Landesebene fort. Der Haushaltsentwurf enthält bei weitem nicht alle Risiken und geht von viel zu optimistischen Annahmen aus.

Ich danke für die Aufmerksamkeit!

Werner Dreibus (MdB, DIE LINKE.): „Sparpaket ist Spaltungspaket“

Pressemitteilung vom 25.11.2010

Bundesgeschäftsführer der Partei DIE LINKE

Werner Dreibus, MdB

„Das am 26.11. zur Abstimmung im Bundestag stehende schwarz-gelbe so genannte Sparpaket ist ein Spaltungspaket, so Werner Dreibus, Bundestagsabgeordneter und Bundesgeschäftsführer der LINKEN aus Hanau. „Es hat Folgen bis hinunter zur kommunalen Ebene. Es steht in schlechter rotgrüner, schwarzroter und schwarzgelber Tradition und vertieft die soziale und materielle Kluft in Deutschland weiter.“

Gekürzt werde vor allem im Sozialbereich: Zum Beispiel solle bei Hartz IV der Übergangszuschlag gestrichen werden, das den sozialen Absturz nach dem Arbeitslosengeld mildere. „Die bereits auf ein klägliches Maß geschrumpften Rentenbeiträge“, so Dreibus weiter, „werden vollends abgeschafft und Eltern in Hartz IV, denen bei der Einführung des Elterngeldes bereits ein Jahr Erziehungsgeld gestrichen wurde, wird nun auch noch das Mindestelterngeld von 300 Euro weg genommen.

Die gesamten Sozialeinschnitte haben ein Volumen von gut 9 Mrd. Euro – fast die Hälfte des gesamten Einsparvolumens. Wenn man dann bedenkt, wie die Regierungsfraktionen den Unternehmen und Reichen das Geld hinschiebt – Stichworte „Mövenpick-Steuersenkung“, Verzicht auf Finanztransaktionssteuer, Verzicht auf Millionärssteuer und vieles andere mehr –, wird klar, welche Interessen da vertreten werden. Bestimmt nicht die der Bevölkerungsmehrheit.“

Die Kürzungen träfen auch im Rhein-Main-Gebiet vor allem die sozial Schwächeren. Nach den Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes bedeute das Sparpaket für die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Frankfurt/Main ab 2011 ein durchschnittliches jährliches Minus von über 54 Euro, für den Bereich der Stadt Offenbach von über 77 Euro und für den Main-Kinzig-Kreis von über 28 Euro. Da dies auf alle Einwohner bezogene Pro-Kopf-Durchschnittswerte sind, sei die tatsächliche Belastung für die Betroffenen noch erheblich höher.

„Und dabei“, so Dreibus abschließend, „sind die unsozialen Folgen der weiteren schwarzgelben Sozialabbau- und Spaltungspolitik – Verhinderung von Mindestlöhnen, keine deutliche Anhebung von Hartz IV – noch gar nicht berücksichtigt. Das einzige, was gegen diese Politik helfen kann, sind unnachgiebiger Protest gegen diese Bundesregierung – auch nach der Verabschiedung des Gesetzes – und eine echte politische Alternative, die Gewähr dafür bietet, dass wieder soziale Gerechtigkeit in die Politik Einzug hält. DIE LINKE steht bereit, ihren Teil dazu beizutragen. Eine soziale Republik ist möglich.“

http://www.werner-dreibus.de

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